Der Guide Michelin

Anspruchsvolle Gäste möchten sich gern vorab informieren, welche qualitativ guten gastronomischen Einrichtungen es in einer bestimmten Region gibt, bevor sie eine Reise antreten. Ein Reise- und Hotelführer in Form eines Buches ist der namhafte Guide Michelin. Er erscheint jährlich in verschiedenen Sprachen. Dabei ist der „Rote Michelin“ ein Führer für Hotels und Restaurants, während vom „Grünen Michelin“ eher touristische Informationen zu erwarten sind.

Die Erstauflage des „Guide Michelin“ erschien anno 1900 in Paris und behandelte ausschließlich Frankreich. Mit 35 000 Exemplaren war er in den damaligen Zeiten ein hoch nachgefragtes Druckerzeugnis. Der Reifenhersteller Michelin gab ihn damals ursprünglich als Wegweiser für Werkstätten heraus und das Büchlein war eigentlich nur für die etwa 3 000 Autofahrer im Land gedacht. Es enthielt Tips für Autofahrer sowie Namen und Anschriften von Batterieladestationen, Werkstätten und Benzindepots. Im Jahre 1904 erschien für Belgien eine erste ausländische Ausgabe und im Jahre 1910 die erste Ausgabe in deutsch für die Schweiz und Deutschland. Ab dem Jahre 1920 wurde der Guide kostenpflichtig. Ab dem Jahre 1923 enthielt er erstmals Empfehlungen für Hotels und Restaurants. In den weiteren 20 er Jahren des vergangenen Jahrhunderts begann er die gastronomischen Einrichtungen zu benoten, indem er Sterne vergab. Die Bewertungen wurden in den Folgejahren immer mehr verfeinert und abgestuft. Für Hotels und Restaurants hatte sich der „Guide Michelin“ in wenigen Jahren seines Erscheinens einen sehr hohen Stellenwert erworben. Viele namhafte Sterneköche mussten den Weg durch dieses Büchlein gehen. Der bekannteste von Ihnen ist sicherlich der legendäre Paul Bocuse.

Während der Weltkriege erschienen keine Ausgaben. Das Buch wurde aber in den folgenden Jahren zu einem feststehenden Wertemaßstab für die gehobene Gastronomie weltweit. Der Guide vergibt ein , zwei oder drei Sterne. In Deutschland gibt es zur Zeit 9 Restaurants mit 3 Sternen. Die höchste Anzahl von Sternen hat bisher Tokio (noch vor Paris !) eingeheimst, es sind in der Summe 191 Sterne.