Chop Bars
Der Verfasser dieses Artikels verbrachte beruflich einige Jahre im westafrikanischen Ghana. Eine landestypische Form der Gastronomie stellen die Chop Bars dar. Auf Märkten, an Verkehrsknotenpunkten oder in der Nähe von Bürokomplexen findet man sie aller Ortens. Angeboten werden frisch zubereitete Speisen, die man vor Ort zu sich nehmen kann. Es sind immer einige Bänke und Tische aufgestellt, an denen die Gäste Platz nehmen. Die Lokalitäten sind oft sehr einfach, es gibt aber auch Chop Bars gehobeneren Standards, die einen gepflasterten Boden aufweisen und deren Mobilar europäischen Maßstäben entspricht. Meist geht der Gast zum Buffet, schaut nach, was angeboten wird, entscheidet was er möchte und nimmt seine Bestellung mit zum Tisch. Es wird auf Verlangen aber auch an den Tischen bedient. Immer wird auf dem Tisch eine Schüssel mit sauberem Wasser, ein kleines Stück Seife und für jeden Gast ein Handtuch platziert. So kann sich der Gast vor und nach dem Essen die Hände waschen. Gegessen wird in Ghana traditionell mit der rechten Hand.
Das Angebot an Speisen reicht von Fufu (ein aus gekochten Gemüsebananen und Kassava gestampfter Kloß) über gekochte und in Scheiben geschnittene Yam Wurzeln bis zu Rice Balls. Letztere werden meist an Sonntagen serviert. Dazu wird entweder Palmhut Soup oder Light Soup oder auch Groundnut Soup gereicht. Je nach Geldbeutel kann der Gast wählen, welches Fleisch oder welchen Fisch er dazu essen möchte. Da die Speisen frisch zubereitet sind, kann man sie bedenkenlos verzehren. Sie sind sehr wohlschmeckend, wenn auch meist von einer guten Schärfe.
Jeder Gast kann sehen, wie die Speisen zubereitet werden. Ein typisches Geräusch ist kennzeichnend für jede Chop Bar. Fast ununterbrochen hört man das Stampfen von Fufu, denn es kommen ja immer neue Gäste. Gestampft wird in einem hölzernen Mörser mit einem etwa 1,50 m langen kräftigen geschälten Ast.
Diese Lokalitäten sind für das tägliche Leben in der Stadt sehr praktisch. Büroangestellte können mal eben schnell um die Ecke ihre Mahlzeiten einnehmen und Marktfrauen müssen nicht selbst kochen, denn die Gerichte kosten wenig mehr, als wenn die Mahlzeiten zu Hause zubereitet worden wären. Berufstätige Frauen nehmen oftmals das Essen für ihre Familien in Behältnissen mit nach Hause, um es abends zu servieren. Auch werden häufig Kinder mit Töpfen geschickt, um in den Chop Bars Essen zu holen.
Diese Lokalitäten haben häufig ganz witzige Namen wie zum Beispiel „Dont mind your Wife“, will heißen: Iss hier, ganz gleich, ob deine Frau dann mit Dir schimpft.
