Gastronomie im großen Stil – die Systemgastronomie

Der Begriff Systemgastronomie bezeichnet einen Typ der Gastronomie, den das Vorhandensein von standardisierten und vereinheitlichten Organisationsstrukturen kennzeichnet und der sich dadurch von der klassischen Gastronomie unterscheidet.

Der Gründungsvorsitzende der Fachabteilung Systemgastronomie im Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Erich Kaub definierte Systemgastronomie folgendermaßen: „Systemgastronomie betreibt, wer entgeltlich Getränke und/oder Speisen abgibt, die an Ort und Stelle verzehrt werden können, und über ein standardisiertes und multipliziertes Konzept verfügt, welches zentral gesteuert wird.“

Systemgastronomische Unternehmen streben die Verwirtschaftlichung und Vereinheitlichung (im Sinne einer Corporate Identity) von drei oder mehreren Restaurants an. Ziel der Vereinheitlichung ist es, dem Gast in allen Filialen die gleichen Produkte in gleicher Qualität anbieten zu können. Zusammen mit Unternehmen aus dem Bereich der Gemeinschaftsverpflegung und des Catering zählen die Systemgastronomie-Unternehmen zu den Großverbrauchern von Lebensmitteln.

Kennzeichen der Systemgastronomie

Im Wesentlichen muss ein Systemgastronomie-Unternehmen diese Voraussetzungen erfüllen:

Zentrale Lenkung

Systemgastronomische Unternehmen organisieren sich durch eine zentrale Lenkung ihres Filialnetzes auf der Basis eines hierarchischen Aufbaus. Die Steuerung erfolgt von einer Zentrale aus, die auch Hauptverwaltung oder Headoffice genannt wird. Die festgelegte Hierarchie beschreibt einen Filialleiter, der die Standards in der von ihm geleiteten Filiale umsetzt. Abhängig von der Unternehmensgröße untersteht ein Filialleiter direkt der Geschäftsführung oder einem Bezirksleiter, der einem Regionalleiter unterstellt ist. Andere Geschäftsmodelle wie das Franchising sind in der Systemgastronomie ebenfalls zu finden.

Vereinheitlichung

Die Vereinheitlichung einzelner Filialen durch Standardisierung ist das bedeutendste Unterscheidungsmerkmal im Vergleich zur klassischen Gastronomie. Das Ziel der Standardisierung ist die Optimierung von wiederkehrenden Arbeitsabläufen. Vor allem ökonomische Kennzahlen im Bezug auf Effektivität und Effizienz werden dabei angestrebt. Die Standardisierung setzt sich teilweise bis ins Detail fort und umfasst neben einer einheitlichen Produktpalette mit festgeschriebenen Qualitätsstandards auch die Einrichtung und das Erscheinungsbild der Filialen. Der Standardisierungsgrad kann zwischen einzelnen Unternehmen der Systemgastronomie variieren. Zahlreiche Handbücher, die an die Filialen ausgegeben werden, präzisieren die einzelnen Abläufe. Sie schreiben zum Beispiel Regelungen bei Bestellungen, Kassenführung, Rezepturen, Hygienemaßnahmen, Lieferantenauswahl oder Marketingmaßnahmen vor.

Multiplikation der Standards

Die Multiplikation beschreibt die Umsetzung und Einhaltung der Standards in den Filialen. Multiplikation heißt, dass die Systemgastronomie dem Kunden eine spezielle Leistung an verschiedenen Orten beispielsweise in mehreren Restaurants anbietet. Systemgastronomen müssen über drei oder mehr Filialen verfügen, die über eine Region verteilt sind und sich erfolgreich am Markt etabliert haben. Abhängig von der Unternehmensgröße kann sich diese Region auch über mehrere Länder erstrecken.

Sie sind kein Systemgastronom sondern Hobbykoch, interessieren sich aber für exquisite Speisen und ausgefallene Weine? Probieren Sie doch mal Jungwein.

Leave a Comment