Gastronomie im großen Stil – die Systemgastronomie
Systemgastronomie ist eine Gattung der Gastronomie, die in den letzten Jahren in Deutschland deutliches Wachstum erlebt hat. Von der klassischen Gastronomie unterscheidet sie sich durch Vereinheitlichung bei Produkten, Angebot, Zubereitung, Lieferung oder auch dem Restaurant-Design. Stets wird bei mehreren Restaurants auf eine einheitliche Corporate Identity geachtet. Die hohe standardisierte Organisationsgrad bringt ökonomische Vorteile mit sich.
Laut Deutschem Hotel- und Gaststättenverband ist Systemgastronomie definiert durch den Verkauf von Getränken und/oder Speisen in einem Restaurant, dass über ein standardisiertes und multipliziertes Konzept verfügt, welches zentral gesteuert wird.
Für den Gast soll ein Besuch einer Restaurantkette möglichst immer mit den gleichen Eindrücken enden. In allen Filialen sollen die gleichen Produkte in gleicher Qualität angeboten werden. Zusammen mit Unternehmen aus dem Bereich der Gemeinschaftsverpflegung und des Catering zählen die Systemgastronomie-Unternehmen zu den Großverbrauchern von Lebensmitteln.
Größter und auch umsatzstärkster Bereich der Systemgastronomie bilden FastFood-Restaurants. Neben den klassischen Burger-Läden sind in letzter Zeit auch Unternehmen entstanden, die Backwaren, Sandwiches oder Meeresfrüchte verkaufen. Dies sind allesamt Selbstbedienungs-Restaurants. Dazu kommen immer mehr so genannte Full-Service-Anbieter, die einem traditionellen Restaurant in Sachen Service und Verweildauer stark ähneln, in anderen Punkten, etwa dem Angebot oder dem Markenauftritt, dennoch klassische Systemgastronomen sind. Das Angebot fächert sich hier immer weiter auf. Waren es zunächst große Cafe-Bar-Restaurants, sind mittlerweile weiter spezialisierte Anbieter auf dem Markt. Mediterrane Küche, Tex-Mex-Restaurants oder gar vermeintlich urige Brauhäuser finden sich schon in vielen Städten.
Kennzeichen der Systemgastronomie
Ein Systemgastronomie-Unternehmen zeigt sich in der Regel an drei Kernelementen: Zentrale Lenkung, Vereinheitlichung und Multiplikation der Standards.
Zentrale Lenkung
Das Filialnetz in der Systemgastronomie ist in der Regel hierarchisch aufgebaut. Die Steuerung übernimmt die Firmenzentrale. Die Filialen sind entweder direkt von ihr abhängig oder sind entsprechend dem Frachisesystem ausgegliedert. Je nach Unternehmensgröße sind weitere Ebenen wie Bezirks- oder Regionalleiter zwischengeschaltet. Der Filialleiter vor Ort setzt die Standards in seiner Filiale um.
Vereinheitlichung
Aus Sicht des Kunden unterscheidet sich die Systemgastronomie vor allem durch die Vereinheitlichung einzelner Filialen von der klassischen Gastronomie. Die jeweilige Marke soll auf den ersten Blick zuerkennen sein. Neben Einrichtung und Design sind auch viele Arbeitsabläufe zum Teil bis ins Detail festgelegt. Der Standardisierungsgrad kann zwischen einzelnen Unternehmen der Systemgastronomie variieren. Er ist im Fast-Food-Segment deutlich höher als in der Café-Gastronomie.
Multiplikation der Standards
Die vorgegebenen Standards werden nun mehrere Standorte verteilt. Die Umsetzung und Einhaltung wird überwacht. Multiplikation bedeutet daher, dass der Kunde eine definierte Leistung an verschiedenen Orten wiederfinden kann. Systemgastronomen müssen über drei oder mehr Filialen verfügen. Die räumliche Ausdehnung ist dabei weniger entscheidend.
